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Ratgeber Oberflächenveredelung Parkett

Wissenswertes zum Thema Parkettoberflächen – ein Ratgeber

Was sind die Unterschiede bei Öl, UV-Öl, Öl-Wachs und Lack?

Ein edler Parkettboden gehört immer noch zum Traum der Einrichtungsliebhaber. Der Naturstoff Holz sieht einfach zeitlos gut aus und verbindet eine wertige Ausstrahlung mit größter Behaglichkeit. Der Kenner weiß, wie unterschiedlich sich der Werkstoff Holz präsentieren kann. Die Holzart mit ihrer individuellen Farbe und Maserung, kombiniert mit verschiedenen Möglichkeiten der Oberflächenbearbeitung (geschroppt, handgealtert, gehobelt, verschiedene Farbgebungen durch Räuchern oder Kalken), dem Dielenformat etc. ergibt ein ganzes Universum an tollen Parkett-Ausführungen. Was sie jedoch alle gleich haben: Der Werkstoff Holz erfordert eine besondere Sorgfalt, um gegen Schäden und Schmutz präpariert zu werden und sein schönes Aussehen zu erhalten. Parkett ist bei Reinigung und Pflege anspruchsvoller als etwa die robusten Kunststoffböden Laminat und Vinyl. Ab Werk oder auch im Anschluss an die Verlegung gibt es verschiedene Möglichkeiten, um mit einer entsprechenden Behandlung das Parkett zu schützen. Deren Unterschiede und Besonderheiten behandeln wir ausführlich in unserem Ratgeber!

Überblick:

Die wichtigsten Methoden der Oberflächenveredelung

Vergleich der Vor- und Nachteile
Parkett reinigen und pflegen - weitere Tipps

Die wichtigsten Methoden der Oberflächenveredelung

Insbesondere Fertigparkett erhalten Sie bereits ab Werk vorbehandelt, während massives Stabparkett meist unbehandelt erworben wird und nach der Verlegung behandelt werden muss. Grundsätzlich hat unbehandeltes Parkett den Vorteil, dass Sie es selbst ganz nach Gusto behandeln und/oder auch färben können. Die fachgerechte Nachbehandlung ist auch in der Regel intensiver als die maschinelle Behandlung ab Werk. (Der günstigeren Anschaffung von unbehandeltem Parkett müssen Sie natürlich den nachträglichen Zeit- und Kostenaufwand der Nachbehandlung entgegenstellen.)

Grundsätzlich gilt: Wurde Ihr neues Parkett ab Werk geölt, müssen Sie die gleiche Methode auch später nach einer möglichen Renovierung anwenden. Die Pflegemittel sollten auf die jeweilige Oberfläche abgestimmt sein.

Unbehandelte Oberfläche

Sicherlich ist Holz ein robuster, widerstandsfähiger Werkstoff. Doch wenn auch bei unbehandeltem Holz im Innenbereich nicht unbedingt die Stabilität leidet, kommt es ohne Schutz schnell zu bleibenden Beschädigungen wie Kratzern oder auch hässliche Flecken. Eindringende Feuchtigkeit bewirkt zudem ein Aufquellen des Holzes. Schade um den schönen Parkettboden! Deshalb ist eine Oberflächenbehandlung auf jeden Fall ratsam. Unbehandelte Holzoberflächen sind für den täglichen Gebrauch nicht geeignet.

Lack-Oberfläche

Robust und widerstandsfähig ist die Behandlung mit Parkettlack. Dadurch entsteht eine geschlossene Schutzschicht oberhalb des Parketts, weshalb man hier auch von „Versiegelung“ spricht. Wenn Ihr Parkett nachträglich lackversiegelt werden soll, müssen Sie einige Tage des Aushärtens berücksichtigen. Vorteil dieser geschlossenen ebenen Schutzschicht: Sie ist (je nach Lack) sehr robust und unempfindlich, der Boden lässt sich einfach reinigen. Ein vernünftiger Parkettlack auf Wasserbasis ist heutzutage frei von bedenklichen Inhaltsstoffen wie Lösemitteln. Im Gegensatz zu Öl, welches in das Holz eindringt, befindet sich die Lackschicht auf dem Parkett. Deshalb wird es dann problematisch, wenn eine tiefergehende Beschädigung (z.B.: das Steakmesser fällt mit der Spitze darauf, der Stein im Schuh verursacht einen Kratzer) durch den Lack hindurchdringt. Denn dann ist das Holz darunter eindringendem Schmutz oder Feuchtigkeit hilflos ausgeliefert. Parkettlack lässt sich nicht ohne weiteres bzw. spurlos ausbessern. Im Extremfall ist ein komplettes Abschleifen und Neuversiegeln nötig. Dennoch: Bei großen „normalen“ Belastungen, etwa einem hohen Publikumsverkehr, ist ein lackierter Parkettboden in der Regel eine sinnvolle Wahl.

Öl- bzw. Öl-Wachs-Behandlung

Dies ist die bevorzugte Wahl derjenigen, welche den Werkstoff Holz natürlich und „lebendig“ haben möchten. Die Ausstrahlung des Holzes kommt perfekt zur Geltung, durch die offenen Poren kann das Holz atmen und sich dadurch auch günstig auf das Wohnraumklima auswirken. An den offenen Poren setzen sich aber auch gerne Schmutzpartikel fest – mehr als beim glatten, geschlossenen Lackboden. Die Natürlichkeit der Ölbehandlung spiegelt sich unter anderem auch darin wider, dass von den Top-Marken bevorzugt natürliche, hochwertige Inhaltsstoffe verwendet werden. Bei der Öl-Wachs-Behandlung verbinden sich die Stärken von Öl und Wachs, welche sich sehr gut ergänzen. Dringt doch das Öl vor allem ins Innere des Holzes ein, das Wachs legt sich mehr auf die Oberfläche. Qualitätsmerkmal von hochwertigen Ölen oder Öl-Wachs ist eine große dauerhafte Widerstandsfähigkeit, welche dennoch das Holz atmen lässt und auch die typischen Quell- und Schwindbewegungen des Holzes gut toleriert. Zudem sind mögliche Beschädigungen eines geölten Holzbodens relativ einfach auszubessern, eine gebraucht wirkende Oberfläche kann intensivgereinigt und mit dem entsprechenden Pflege-Öl wieder eingepflegt werden. Bei richtiger Unterhalts- und gelegentlicher Intensivpflege haben Sie so einen langlebigen Holzboden!

UV-Öl-Behandlung

Bei dieser technisch ausgefeilten Innovation wird das Öl durch starke UV-Bestrahlung während der Produktion zur Aushärtung gebracht, was in einer höheren Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer oder Chemie resultiert. Hier gibt es allerdings größere Unterschiede – es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wenn ein Parkettboden eine UV-Öl-Behandlung verspricht. So ist es sinnvoll, auf eine offenporige Variante zu setzen – mit den Vorteilen der Atmungsaktivität und Möglichkeit zur partiellen Ausbesserung. Führt das UV-Öl zur kompletten Versiegelung des Parketts, besteht kaum noch ein Unterschied zum lackierten Parkett.

Oxidativ geölt

Wie beim UV- oder Hartwachs-geöltem Boden auch, sorgt erst eine Aushärtung des Öls für mehr Robustheit. Hier braucht es jedoch keine aufwändige UV-Bestrahlung, sondern die Aushärtung geschieht automatisch durch den Kontakt mit dem Sauerstoff der Umgebung (Oxidation!). Vorteil: Der Boden kann wie alle geölten Böden „atmen“, und auch stellenweise Ausbesserungen oder eine Neueinpflege sind kein Problem.

Vergleich der Vor- und Nachteile

Welche Methode für Sie die sinnvollste ist, entscheidet sich natürlich nach Ihren individuellen Anforderungen, Wünschen und Vorlieben. Wenn Sie ein besonderer Freund des Natürlichen sind und auch einen erhöhten Pflegeaufwand nicht scheuen, ist ein geölter bzw. öl-gewachster Parkettboden sicherlich die beste Wahl. Nicht nur die Optik von geöltem Parkett ist ausgesprochen „naturnah“, auch die Haptik ist warm und natürlich – im Gegensatz etwa zum kälteren Lack, welcher keinen direkten Kontakt mit dem warmen Holz erlaubt. Klar: Der Aufwand bei geöltem Parkett rund um Reinigung und Pflege ist insgesamt größer als bei lackiertem Parkett, doch ist der Gegensatz hier nicht so dramatisch, wie man meinen sollte. Auch lackiertes Parkett braucht Pflege, um sein schönes Aussehen zu behalten. Hat man allerdings nicht die Möglichkeit, das Parkett regelmäßig zu pflegen – etwa bei einer vermieteten oder Ferienwohnung – so hat man mit einem unempfindlichen Lackboden weniger Sorgen, wenn es denn nicht zu stärkeren Beschädigungen kommt! Beschädigungen beim geölten Boden lassen sich sehr einfach und prinzipiell beliebig oft lokal ausbessern.

Parkett reinigen und pflegen - weitere Tipps

Neben der Präparierung des Parkettbodens durch die entsprechende Oberflächenveredelung sollten Sie auch andere Vorkehrungen treffen, um Ihren Parkettboden zu schonen. Dazu gehört etwa die Verwendung von Filzgleitern, mit denen Sie z.B. Tisch- und Stuhlbeine ausrüsten können. Vorsicht: Diese nutzen sich mit der Zeit ab bzw. können sich kleine Schmutzpartikel in ihnen festsetzen – deshalb bitte von Zeit zu Zeit prüfen, ob eine Reinigung oder ein Austausch nötig ist! Oder Sie verwenden gleich Teflongleiter, die nicht gereinigt werden müssen, da sich kein Staub oder Krümel in Ihnen ansammeln kann.

Grundsätzlich „mag“ Holz keine Feuchtigkeit – insbesondere keine bleibende, stehende Nässe. Deshalb sollten Sie bei der Reinigung möglichst wenig Wasser verwenden („nebelfeuchtes Wischen“). Ein regelmäßiges Saugen schützt davor, dass kleine Steinchen oder Schmutzpartikel unwissentlich über den Boden bewegt werden – vor allem bei der Verbindung mit Straßenschuhen problematisch! Daher sollten Sie auch beim Wischen mit Wischmob und Co. häufig das Schmutzwasser auswringen. Benutzen Sie bei geölten Oberflächen am besten Holzseife bzw. das auf das Ölsystem abgestimmte Reinigungsmittel zur Unterhaltspflege! Denn dieses hat neben der reinigenden auch eine rückfettende Wirkung auf das Holz, anstatt dass durch die Reinigung neben dem Schmutz auch das Öl von der Holzoberfläche entfernt wird. (Grundsätzlich gibt es verschiedene hochwertige Reinigungs- und Pflegemittel mit jeweils eigenen Stärken und Besonderheiten passend zu verschiedenen Bedürfnissen und Ansprüchen).

Geölte Böden sollten Sie regelmäßig pflegen – dies wirkt auch dem Festsetzen von Schmutz entgegen. Im Ein- bis Zweijahresrhythmus, gegebenenfalls auch öfter, sollten Sie Ihr Parkett intensiver reinigen und neu ölen. Die Häufigkeit ergibt sich aus der Intensität der Nutzung. Wir empfehlen Ihnen den Einsatz von Herstellermarken mit großer Erfahrung im Bereich Holz, welche diesem anspruchsvollen Werkstoff gerecht werden! (Erhältlich z.B. in unserem Fachhandel). Weitere Fragen rund um Parkett und die verschiedenen Möglichkeiten der Oberflächenveredelung beantworten Ihnen unsere Bodenberater gerne in unserem Holzfachhandel in Niederlauer!